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Offene Küche mit Kochinsel

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Offene Küche mit Kochinsel

Offene Küche mit Kochinsel. Offene Wohnküche planen. Christian Schaulin. Eine Kochinsel bietet sich in der offenen Küche an, …Entdecke Ideen zu Offene Küche Kochinsel. Das Einfamilienhaus ‚Haus Juliushof ‚ verfügt über 5 …Die schönsten Bilder und Ideen mit offenen Küchen!

Viel ist gerätselt worden, welche Bedeutung der Monolith besitzt, der an zentralen Stellen in Stanley Kubricks Film «2001 – A Space Odyssey» auftaucht. Heute wissen wir, es kann sich dabei nur um eine sogenannte Kochinsel handeln. Vielleicht nicht ausgereift, dafür trägt der Film ja auch das Datum «2001» – aber eine Kochinsel. Dieses Utensil, so zeigt uns Kubrick, führt die Menschheit nicht nur aus dem Stadium ihrer Primitivität hinaus und hinüber in eine Zukunft, die modern und stilvoll ist. Für den alten Raumfahrer Homo sapiens bündelt sich im Rückblick auf sie auch das Leben, das heute ja weitgehend aus Kochen zu bestehen scheint. Und dafür braucht es nun einmal eine Küche.

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Die erste Küche der Menschheit war die Feuerstelle. Umbauten und Hinzufügungen späterer Zeiten haben im Grunde nur zu geringfügig voneinander abweichenden Varianten geführt: knöchel- bis kniehoher, tischförmiger Herd, offene Feuerstelle mit freiem Rauchabzug, geschlossener Herd in verschiedenen Ausprägungen mit Kaminanschluss, Gas-, Elektro- oder Induktionsherd, um hier von jüngsten Entwicklungen in Richtung «smart kitchen» zu schweigen. Die Rückständigkeit jener alten Einrichtungen wird vor allem durch ihre Steigerung ins Monumentale beeindruckend.

Schön ist das in dem Film «Vatel» zu sehen, in welchem der namensgebende Koch, gespielt von Gérard Depardieu, durch die Katakomben einer französischen Schlossküche des 17. Jahrhunderts schreitet, hier nach einem Braten schaut oder dort eine Creme kostet und einen Hinweis zu ihrer Verbesserung gibt. Dabei wird noch etwas anderes sichtbar. Die Herrschaft sollte vom Küchenmief möglichst nichts mitbekommen. Bis diese funktionale Trennung von Wohnen und Küche allerdings in breitere Bevölkerungsschichten durchsickerte, brauchte es die grossen Siedlungsbauprogramme des 20. Jahrhunderts.

Heute ist das Modell schon wieder passé, es regiert das Gesetz der Vermischung. Dabei zeigt sich, dass auch die zeitweise als Teil progressiver gesellschaftlicher Praxis verstandene Wohnküche, in der sich so wundervoll diskutieren liess, weil der gut gekühlte italienische Weisswein nur einen Griff entfernt im Kühlschrank ruhte, eine bereits vergehende, bürgerlichen Raumkonzepten angepasste Zwischenlösung war.

«Küchenwohnung» wäre demgegenüber die richtige Bezeichnung neuer Konzepte, deren Leere uns von den Plakaten der grossstädtischen Eigenheimentwickler auf eine Weise entgegengähnt, dass man sich besorgt fragt, wie sie gefüllt werden kann. Kennzeichen solcher neuer Raumkonzepte ist ein Objekt, das Küchenanbieter elegisch und überschwänglich als «präzise, elegant, kreativ, reduziert, funktional, emotional und technologisch» anpreisen – die Kücheninsel.

Natürlich war und ist auch die separierte Küche immer Spielfläche unterschiedlicher Stile und Moden gewesen, doch scheint gerade die funktionale Vermischung von Wohn- und Küchenbereich besonders nachdrücklich nach der Ästhetisierung der Küche zu verlangen – und zugleich nach ihrem Unkenntlichwerden. Das klingt zwar paradox, ist aber eine Beobachtung, die man bei Massenherstellern so gut wie bei den Premiumproduzenten machen kann.

In ihren Katalogen, die eher Märchenbüchern als Verkaufprospekten ähneln, sieht man mitunter nicht einmal, wonach man sucht – und wundert sich aller marketingtechnisch ausgefeilten Narrativität zum Trotz dann doch. Da ist etwa ein Wohnzimmer zu sehen, in dem der Blick zwischen Kamin und Sofa über Sessel mit 1950er-Jahre-Anmutung gleitet, um vor einem Fenster in Zimmerbreite auf einen mit Holzfurnier verkleideten Querriegel zu stossen. Man erkennt in ihm zunächst ganz selbstverständlich einen eleganten Schreibtisch, bis der schlanke Wasserhahn rechts und dann der Topf links neben dem versenkten Dunstabzug in den Blick geraten. Offenbar ein Küchenmöbel, das seine Mimikry ans Wohnen so weit getrieben hat, dass es sich von einem Wohnzimmermöbel kaum noch unterscheiden lässt.

Scharf kontrastiert damit eine Abbildung in einem anderen Katalog: Vor einem neubarocken Wandgemälde, das zwischen Blumengirlanden und Bordüren Gebäudeschemen und Baumwipfel zeigt und das in der unteren Hälfte nahezu vollständig bis auf den blanken Putz abgerieben ist, steht ein monochromer Riegel, der in seiner technoiden Perfektion kräftig gegen den Hintergrund und die einfache, fast fleckig wirkende Holztür absticht, die sich in diesen Raum öffnet, von dem eigentlich nicht ganz klar ist, welchen Zwecken er dient. Auf dem Riegel, wie zufällig dort ausgebreitet, ein Tuch, darauf Laibe von Brot, daneben weisses Porzellan sowie ein Mörser samt Stössel. Dezente Hinweise, dass es sich um ein Küchenmöbel handelt.

Von der Höhe der fälligen Invesionen schweigen die Kataloge. Aber wer an ihren Kücheninseln arbeitet, da darf man beruhigt sein, bewegt sich auch gehaltsmässig in durchaus insulären Sphären.

Es verwundert, dass gerade in solchen Einkommenssegmenten Verweise auf den Ernährungsz in diejenigen Lebens- und Wohnbereiche hineinwuchern, die in der bürgerlichen Kultur noch ganz selbstverständlich von ihnen befreit zu sein hatten, weil man dort den eigenen Selbstidealisierungsbestrebungen nachhing, etwa indem man las. Solche Innerlichkeit wird durch die neue Architektur der Küchenwohnung aber nahezu verriegelt, wobei der Küchenriegel in seiner Funktionalität zwischen Arbeitsfläche, Bühne und Altar changiert.

Es mag bequem sein, an einem solchen Möbel Küchenarbeiten zu verrichten, aber man sollte nicht vergessen, dass die Wahrnehmung von Bequemlichkeit keineswegs bequem vorgegeben ist. Sie ist nicht einfach Passendsein, wie es uns die Fachleute für Ergonomie weismachen wollen, sondern wesentlich auch Zugeschnittensein der Dinge auf unsere Vorstellungen von ihnen und von uns selbst. In diesem Sinne ist das Arbeiten an einer Kücheninsel auch deshalb so angenehm, weil es der Vorstellung davon entspricht, was Kochen heute zu sein hat: eine den Zwängen von Ernährungs- und Versorgungsnotwendigkeiten enthobene «Performance».

Auf sie ist alles ausgerichtet. Das zeigen etwa auch die aus den Kücheninseln hinauswachsenden thekenähnlichen Platten, die zur Einnahme der Mahlzeiten dienen, aber nur durch erhöhte Sitzhocker erreicht werden können, weil sie sich in Höhe der Arbeitsfläche befinden. Vielleicht war die Mahlzeit als soziale Insution stets mehr Idee als Realität, aber sie erfährt hier eine Prägung eigener Art. Die Küche gleicht sich dem Fernsehstudio an, und selbst in die intimen Momente familiären Zusammenseins schreibt sich die Trennung zwischen den kindlichen Zuschauern und den kochenden Eltern ein.

Die Rolle der Frau wird in Werbevideos der Hersteller übrigens ganz nebenbei darauf beschränkt, ihrem zur Stärkung des eigenen Egos den Kochlöffel schwingenden Ehemann Zutaten aus dem Kühlschrank zu reichen. Erstaunt stellt man fest, dass die Rückkopplungseffekte der Emanzipation die Frau wieder genauso ohnmächtig zeigen wie in dem Altherrenwitz, der danach fragt, was nicht stimmt, wenn die Frau aus der Küche ins Wohnzimmer kommt – und zur Antwort gibt: Dann ist die Kette zu lang.

Inzwischen liegen alle an der Kette – an der Kette einer Notwendigkeit zur Ästhetisierung selbst notwendiger Lebensverrichtungen. Man möchte es dabei als Ironie begreifen, dass eine Form gewählt worden ist, die an einen Altar erinnert. Der Altar hat die Funktion, den Menschen in Verbindung zu seinen Göttern treten zu lassen, um von ihnen Schutz und Beistand zu erbitten, aber hierdurch gleichzeitig die soziale Bindung zu festigen.

Der Küchenriegel gewährt ebenfalls Schutz, allerdings in umgekehrter Richtung. Durch seine blosse Form sorgt er für Distinktion – mit anderen Worten: Schutz vor dem Pöbel –, und nichts leistet dies, so erfährt man bei Pierre Bourdieu, besser als die Ästhetisierung des Alltäglichen.

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